Home / Künstler / Oskar Kokoschka

Oskar Kokoschka

Der verlorene Sohn, Der Weg in Grab
Drei Gestalten mit Wölfen,
Schwarze Kreide auf transparentem Papier
25,7 x 28,8 cm
monogrammiert rechts unten
entstanden 1913

Der verlorene Sohn ist eine Studie
zur gleichnamigem Lithographie (WW 46)

Literatur: Strobl/Weidinger, Oskar Kokoschka, Das Frühwerk,
Zeichnungen und Aquarelle, Ausstellungskatalog
der Graphischen Sammlung Albertina, Wien 1994, Nr 134 u.a.

Zwischen 1912 und 1917 entstanden zahlreiche Zeichnungen, die Kokoschkas Beziehung zu Alma Mahler dokumentierten.
Sie gewähren einen Einblick in seine eigene Gefühlswelt, in seine Hoffnungen und Ängste. Die Umrisse der Figuren brach Kokoschka zunehmend auf und erreichte dadurch eine Andeutung möglicher Bewegung. Die Gestalten verschmelzen in der Folge immer stärker mit ihrem Umraum.
Die nackte Gestalt im Vordergrund mit den Gesichtszügen Kokoschkas weist auf ein im Wasser liegendes Paar. Bei den Liebenden handelt es sich um Alma Mahler und Oskar Kokoschka. Im Hintergrund zerfleischen Wölfe ein Jungtier. Dies deutet auf die große Trauer des Künstlers über das durch eine Abtreibung verlorene gemeinsame Kind.

Kokoschka zählt heute zu den größten internationalen Künstlern des zwanzigsten Jahrhunderts. Er war nicht nur ein Meister der Ölmalerei, sondern hat auch auf dem Gebiet der Zeichnung, des Aquarells und der Druckgraphik ein sehr persönliches und überaus umfangreiches Œuvre geschaffen.
Das besonders Faszinierende an seinen Arbeiten auf Papier ist die Unmittelbarkeit, mit der er seine oft kühnen Ideen umsetzte. Sein allgegenwärtiges kreatives Gestalten verlor aber nie den Bezug zum Leben und der Wirklichkeit.

Biografie:

1886 geboren in Pöchlarn (NÖ)

1905-1909 Besuch der Kunstgewerbeschule in Wien. Erste expressive Dichtungen und Dramen entstehen.

1910 Kontakt Künstlern der "Neuen Secession" in Berlin und Mitarbeit an Herwarth Waldens Zeitschrift "Der Sturm"

1911-1914 Assistent an der Wiener Kunstgewerbeschule.

1911 Beginn der Freundschaft mit Alma Mahler.
Kokoschka stellt mit Wassily Kandinsky und Franz Marc in Berlin aus.

1913 Reise mit Alma Mahler nach Italien, wo ihn besonders die Werke Tintorettos beeindrucken. Teilnahme am ersten Deutschen Herbstsalon in Berlin.

1914 Trennung von Alma Mahler. Freiwilliger Kriegsdienst in der Kavallerie.

1916 Aufgrund einer schweren Verwundung wird Kokoschka von der Armee nach Wien entlassen.

1919-1924 Professor der Kunstakademie in Dresden.

1924-1931 Zahlreiche Reisen in die Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien, Holland, England sowie nach Afrika und Vorderasien, auf denen Stadtansichten und Landschaften entstehen.

1934 Unter dem Eindruck rechtsradikaler Bestrebungen in Wien emigriert Kokoschka nach Prag.

1937 Die Nationalsozialisten diffamieren Kokoschka als "entarteten Künstler" und beschlagnahmen 417 seiner Werke aus deutschen Museen.

1938 Flucht vor dem NS- Regime nach London.

1943 Präsident der "Free German League of Culture".

1953 Übersiedlung nach Villeneuve am Genfer See.

1953-1963 Kokoschka leitet die "Schule des Sehens" an der Salzburger Sommerakademie.

1980 Oskar Kokoschka stirbt in Montreux.