Oskar Kokoschka in Dresden 1916 – 1924

Zeichnungen und Aquarelle

Dem Krieg entkommen übernimmt Oskar Kokoschka 1919 eine Professur an der Dresdner Akademie der Künste. Die in der Dresdner Zeit, zwischen 1916 und 1924 entstandenen Werke, sowohl Landschaften als auch Portraits, sind durch intensive Farbigkeit und blockhafte Gestaltung gekennzeichnet. Stilistisch ist diese Phase mit dem deutschen Expressionismus verbunden, der in Dresden 1905 mit der Gründung der Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ begonnen hat. Die Gründungs- mitglieder waren Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff. Das Kunstwollen, der spontane Schaffensdrang verbunden mit der inneren Notwendigkeit Kunst zu schaffen, ist ein Wesenszug der Expressionisten.

Besonders in der Zeichnung hat sich Oskar Kokoschka eine besondere Unmittelbarkeit erworben, die mit seiner künstlerischen Freiheit einhergeht. Nach seiner Verwundung fand er zu einer gefestigten Haltung gegenüber sich selbst, seiner Umwelt und seiner künstlerischen Berufung. Dabei spielt die Begegnung und Auseinandersetzung mit Menschen eine besondere Rolle.

Kokoschka schafft in dieser Zeit eine große Zahl an figurativen Aquarellen und Pinselzeichnungen mit graphischem Charakter, die einen Höhepunkt expressiver Ausdrucksform darstellen. Er erzählt in seinen Dresdner Bildern durch moderne Farb- und Formerfindungen sein individuelles Erleben.

Literatur:

Kokoschka und Dresden, (Hg.) Werner Schmidt, Birgit Dalbajewa und Ulrich Bischoff, Ausstellungskatalog der Staatlichen Gemäldesammlung Dresden und der Österreichischen Galerie Belvedere, 1996

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