Druckgrafik

17. November 2016 - 25. März 2017

Georg Baselitz
Arnulf Rainer

Die Kunst der Grafik beherrschen Georg Baselitz und Arnulf Rainer virtuos.

Das Nachspüren von Formen bei Baselitz und der Prozess der Verwandlung und Verdichtung bei Rainer geben der Druckgrafik, bezogen auf das gesamte Oeuvre der Künstler, sowohl eine integrale als auch eine eigenständige Bedeutung.

Es ist für beide ein Medium, um zum Kern Ihrer bildnerischen Idee vorzudringen. In diesen Arbeiten ist die geballte Kraft und Aggression der essenziellen Formfindung eingeschlossen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

GEORG BASELITZ

Mein Hauptanliegen ist, daß, wenn sich in meiner Arbeit an Bildern und Skulpturen und Zeichnungen etwas verändert hat oder wenn sich eine neue Idee ergeben hat, ich diese benutze und in einer grafischen Technik ausführe als Korrektur oder als Verdeutlichung, als Ausrufezeichen.

Georg Baselitz im Gespräch mit Ulrich Weisner 1989

ARNULF RAINER

Ähnlich dem Prinzip der Übermalung entstehen meine Radierungen aus anderen, meist aber aus eigenen Platten. Diese schrittweise Bedeckung vollzieht sich langsam, über mehrere Jahre hinweg. In den vielen Zwischenstadien gibt es immer wieder nur einzelne Probedrucke. Meine ich, irgendwo festen Grund zu finden, entschließe ich mich zu einer Auflage. So haben auch diese Platten Stadien hinter sich (man würde sie bei einem Vergleich allerdings kaum erraten), wie Menschen und Insekten ihre Metamorphosen. Dieses langsame Auswachsen eines Werkes erlaubt die Kaltnadeltechnik, deshalb wird sie in meiner grafischen Arbeit immer wichtiger. Es ist wahrscheinlich, dass alle meine Platten einmal im Schwarz, d.h. in einer völligen Bekratzung enden, aber das ist ein weiter Weg, den ich täglich mühsam weiterkämpfe, da ich, in die Straße und nicht in das Ziel verliebt, absolut nichts überspringen will.

Aus dem Ankündigungstext zur Mappe Stirnstrandwand 1970

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