Kiki Kogelnik
1935 - 1997
Kiki Kogelnik (1935–1997) gilt als die Vertreterin der österreichischen Pop-Art. Nach einem Studium der Malerei bei Albert Paris Gütersloh und Herbert Boeckl in Wien lernte Kogelnik in New York Künstler wie Andy Warhol, Claes Oldenburg, Tom Wesselmann und Roy Lichtenstein kennen. Was ihre Werke von jenen ihrer Pop-Art-Zeitgenossen abhebt, sind wegweisende feministische Themen und die Beschäftigung mit technischen Neuerungen (Space Art), die sie in ihrer experimentierfreudigen und oft ironischen Bildsprache ausdrückt. Die weibliche Figur als Darstellung der weiblichen Rolle wird ihrer Individualität beraubt, auf grelle Farben und skulpturale Formen reduziert und erhält eine eindringliche Botschaft. Denn die knallig-bunte Schablone bleibt kein überdimensionales Modell der Pop-Ästhetik, sondern dient der kreativen Selbstinszenierung und Sichtbarmachung, denn „they come from an angry place“, sagte Kogelnik über ihre Frauenbilder. Aus heutiger Perspektive kann Kogelniks Werk nicht nur im Hinblick auf Darstellungen des weiblichen Körpers, sondern vor allem als das einer weiblichen Vertreterin in einer von Männern dominierten Kunstströmung als äußerst progressiv, kritisch und politisch betrachtet werden.