Arnulf Rainer
9. Januar 2026
Liebe Freunde der Galerie!
Arnulf Rainer ist am 18. Dezember verstorben. Zehn Tage nach seinem 96. Geburtstag. Die meisten von ihnen kennen seine Biografie. Die Nachrufe in den Medien. Vielleicht haben sie jetzt auch den einen oder anderen Film über ihn gesehen. Lassen sie mich hier einige persönliche Worte für Sie schreiben.
Ich beschäftige mich seit gut zwanzig Jahren mit seinem Werk. Durfte ihn persönlich kennenlernen, konnte ihn fragen, konnte ihm zuhören. Mit großer Hochachtung. Mit dieser Hochachtung habe ich mich auch mit seinem Werk auseinandergesetzt und es war immer eine Auseinandersetzung. Ich habe gelernt und lerne immer noch. Alles ist in seinem Werk. Es öffnet eine Tür zum Mensch sein. Sein Vermächtnis gibt die Möglichkeit zu schauen und zu sehen. Wenn man die Kraft hat, sich auf sein Werk einzulassen, dann lässt es einen ein. Erfüllt einen selbst mit einer tiefen Befriedigung. Wie in einem Spiegel findet man sich darin beim Öffnen der Augen.
Ich weiß das klingt pathetisch und übertrieben. Natürlich muss man sein Werk auch analysieren, einordnen und nüchtern betrachten. Das kann man. Auch das ist ein Vergnügen. Es passt. Es hat sich in die Kunstgeschichte eingeschrieben. Doch dieser Funke der überspringen kann, der hat mich gebunden und zu einer wertigen Betrachterin gemacht. Ein Universum eröffnet.
Diese Magie ist ein Geschenk und ich denke mit großer Dankbarkeit an Arnulf Rainer.
Christa Armann
Wir verabschieden uns in Trauer und sind mit unseren Gedanken bei der Familie. Arnulf Rainer ist ein großer Alter Meister und in diesem Sinne unsterblich.
Richard Ruberl
Presse:
Arnulf Rainer: Er hatte seine eigene Temperatur - von Christian Rainer I DIE ZEIT